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Acrylmalerei – die Grundlagen

Die Acrylfarbe ist meine bevorzugte Wahl, wenn es um Kunstmedien geht. Ein noch recht junges Medium, verglichen mit Ölfarbe und Aquarellfarbe, hat sie ihren Ursprung erst in der 1950er Jahren. Sie ist vielseitig einsetzbar und wir können sie sowohl verdünnt wie Aquarellfarbe nutzen, genauso aber auch deckend, wie die Ölfarbe. Da sie wasserlöslich ist, brauchen wir weder Terpentin oder andere gesundheitsschädliche Lösungsmittel.

Mit ein wenig Übung kann man mit der Acrylfarbe viele tolle Ergebnisse erzielen, sie ist nicht grundlos gerade in der modernen Malerei eines der beliebtesten Medien.

Was sind Acrylfarben genau?

Acrylfarben bestehen aus Farbpigmenten und werden in Acrylpolymer – Emulsionen gebunden. Diese Emulsion sind Kunstharze und Monomeren – ein Kunstharz mit sehr elastischen Eigenschaften. Dieses Kunstharz ist in einer Emulsion, in der Kunstharzteilchen in Wasser fein verteilt ist. Wenn wir nun mit Acrylfarbe malen, vertrocknet das Wasser in der Emulsion und bildet eine wasserabstoßende Oberfläche.

Im Grunde kann man so auch Acrylfarbe selbst herstellen. Notwendig sind lediglich Pigmente und Acrylbinder (Plextol, Caparol zB.). Die fertigen Acrylfarben, die es zu kaufen gibt, enthalten meist auch Konservierungsstoffe oder Verdickungsmittel ect.

Welche Marke ist die Richtige?

Prinzipiell gilt, dass die Farben mehr Leuchtkraft und Farbintensität haben, die mehr Pigmente enthalten. In der Regel sind natürlich auch die Farben teurer, die mehr Pigmente und weniger Bindemittel enthalten. Gerade aber für die ersten Versuche eignen sich schon sehr preiswerte Farben.

Je nach Hersteller sind Acrylfarben auch von der Konsistenz unterschiedlich. Manche sind flüssiger, andere wieder eher wie eine Paste.

So gibt es gerade unter den günstigeren Farben auch welche, die mit einem PVA – Binder gemischt sind. Diese können nach dem trocknen recht brüchig werden.

Acrylfarbe – Medium

Acrylmalmittel sind verschiedene Produkte oder Substanzen die wir zu unseren Farben mischen können mit unterschiedlichen Endeffekten.

Da gibt es zum Beispiel Verzögerer/ Retarder, die dafür sorgen, dass die Acrylfarbe langsamer trocknet. Hierbei muss man beim Verhältnis vorsichtig sein (nicht mehr als 25% der Gesamtmenge), damit die Farbe nicht ungleichmäßig trocknet.

Reliefpaste, Modellierpaste oder Strukturpaste in die Farbe gemischt ermöglicht uns mit Strukturen zu malen. Dazu eignet sich besonders, die ermischte Masse mit Spachteln oder Malmesser aufzutragen.

Dann gibt es Gel- Malmittel, die wieder andere Oberflächenstrukturen schaffen, wie auch Nachtleuchtpaste, die gemalte Motive im Dunkeln zum leuchten bringt.

Da die Acrylfarbe sich auch ähnlich wie ein Kleister verhält, kann man auch kleine Holzsplitter, Steinchen oder Sand in das Bild einarbeiten. Wie mit einem Leim lassen sich auch Collagen mit Karton oder Papier herstellen.

Pouring ist eine weitere Möglichkeit in der Acrylmalerei. Mit dieser Flüssigkeit zu den Farben beigemischt lassen sich unterschiedliche Fließtechniken anwenden.

Das einfachste Malmittel mit Acrylfarbe ist natürlich Wasser, außer man möchte die Farbe deckend verwenden. Acrylfarbe ist also wasserlöslich, und genauso anwendbar wie Aquarellfarbe – bis auf eine Ausnahme: bereits getrocknete Farbe lässt sich nicht mehr mit Wasser lösen.

Maltechniken

Man kann Acrylfarbe grundlegend einfach deckend verwenden, so wie sie aus der Tube kommt. Das ergibt eine gleichmäßige, geschlossene Farbschicht und ist meiner Meinung nach gerade für Anfänger die ideale Technik. Man kann so von hell nach dunkel arbeiten, genauso auch von dunkel nach hell. Die Farbe trocknet sehr schnell, man kann ohne langen Wartezeiten in denen Farbe trocknen muss, mehrere Malschichten aufbauen.

Fehler lassen sich mit der deckenden Methode sehr einfach korrigieren – man malt einfach eine weitere Schicht darüber und überdeckt diese. Bis zu einem gewissen Grad ist das natürlich nur möglich. Ist der Fehler mit schwarzer Farbe gemalt worden, kann man ihn mit weißer Farbe natürlich nur relativ gut überdecken – da braucht man mehrere Schichten, was natürlich eine unebene Oberfläche schaffen könnte.

Lasierende, verdünnte Anwendung ist mit Acrylfarbe eben auch möglich. Einfach die Farbe mit Wasser genauso wie Aquarellfarbe verwenden, mit den selben Techniken mit nur einer Ausnahme. Aquarellfarbe ist immer wieder mit Wasser löslich, auch nach dem Trocknen. Acrylfarbe nur solange die Farbe noch nicht trocken ist – danach ist sie wasserunlöslich. Das gibt Vor- und auch Nachteile, die man sich zu Nutze machen kann. So sind mit Acrylfarbe viele Malschichten möglich, die sich nicht untereinander vermischen. So erschaffen wir tiefe und vollere Farbschichten.

Acrylfarbe fixieren und schützen

Wenn man sein Bild fertig gemalt hat, stellt sich am Ende immer die Frage, wie man das Gemälde schützt. Die Farben sollen satt bleiben und man möchte das Bild vor der Alterung bewahren.

In meinem Praktikum Gemälde Restaurierung konnte ich darüber viel lernen, besonders das man gerade über die Alterung von Acrylfarbe noch nicht alles weiß. Denn Acrylfarbe gibt es erst seit den 1950er Jahren. Wie sich die Farbe nach einem Jahrtausend verhalten wird, wissen wir noch nicht. Ein Nachteil liegt allerdings schon auf der Hand. Acrylfarbe ist temperaturempfindlich. Bei Raumtemperatur bzw bei Wärme ist sie relativ weich. Sie kann besonders Staub sehr anziehen, der sich vielleicht auch bis in die Malschichten absetzt.

Was kann man tun? Nun, einerseits auf qualitative Farbe setzen, mit höheren Pigmentanteil. Und man kann die Bilder natürlich wie Öl- oder Pastellgemälde fixieren.

Manche Kunstlehrer empfehlen ja immer gerne den Haarspray – von dem dringend abzuraten ist. Er verklebt und hinterlässt Gelbschleicher auf den Bildern.

Eine gute Alternative ist ein Fixativ bzw ein Firniss. Im Grunde sind das Lösungsmittel bestehend aus Harzen zum Beispiel. Das Lösungsmittel löst sich beim Trocknen auf und das Bindemittel, zum Beispiel das Harz, bleibt als dünner Film über den Bild zurück und schützt es somit. Da gibt es unterschiedliche Firnisse aus Leinöl, Bienenwachs, Harz, oder auch Wasserfirnisse die mit Gummi arabicum in Wasser gemischt sind.

Fixative gibt es fertig zu kaufen, als Spray, Zerstäuber oder zum Auftragen wie der Klarlack.

Pinsel und andere Malwerkzeuge

Gerade für Anfänger gibt es in verschiedenen Preisklassen Pinselsets. Ich werde auf die Pinselarten ein andermal noch genauer eingehen.Prinzipiell gibt es Pinseln mit harten oder weichen Borsten (Haaren). Gerade Synthetikpinsel sind eine günstige Variante und für Acrylfarbe gut geeignet. Ein kleiner Nachteil ist allerdings, dass sich da die Haare gerne nach der Zeit an der Zwinge verkleben und die Borsten spreizen und keine schöne Spitze mehr machen.

Die richtige Reinigung:

Am besten wäscht man den Pinsel in einem Glas Wasser gründlich aus, ich mache das gerne mit Seife, die sorgt dafür, dass keine Verklebungen die Pinsel zerstören. Danach kann man mit einem Tuch noch etwaige Farbreste entfernen und den Pinsel dann nochmals im sauberen Wasser spülen. NIEMALS! den Pinsel auf den Borsten stehend im Wasserglas stehen lassen.

Die Borsten der Pinseln haben je nach Art unterschiedliche Formen. So gibt es Rundpinsel (rund und zur Spitze hin spitz zulaufend), Katzenzungenpinsel (ähnlich wie Rundpinsel nur abgerundet spitz zulaufend), Fächerpinsel (wie der Name schon sagt zu einem Fächer geformt), Flachpinsel, Schrägpinsel, Schablonierpinsel ect.

Je nachdem was man genau malen möchte, kann man sich die Borstenform zu Nutze machen. Ein weiterer Faktor ist auch wieviel Flüssigkeit Pinsel halten können – besonders wichtig in der Aquarellmalerei.

Andere Malwerkzeuge:

Gerade in der Acrylmalerei stehen und auch viele andere Werkzeuge zur Verfügung, wie Spachteln, Palettmesser, Zerstäuber, Malmesser, Schwämme, Kratzer, Roller, oder auch Spritzpistolen für Airbrush.

Eine Palette und Staffelei vervollständigt dann das Equipment, sowie eiventuell ein Malstock um die Hand beim Malen ruhig zu halten.

Der Maluntergrund

Wir können auf ganz unterschiedlichen Malgründen malen mit Acrylfarbe. Da eignet sich Holz, Karton, Leinwand genauso gut wie Papier. Malt man auf Papier, sollte man ein Aquarellpapier oder Acrylpapier verwenden, um ein verziehen zu vermeiden, oder dass das Papier Wellen schlägt.

Wie wir es aus der Aquarellmalerei vielleicht kennen, eignet sich da auch Künstlerkrepp oder Maler-Klebeband um das Papier festzukleben.

Ich werde auf die einzelnen Themen noch näher eingehen, möchte hier nur mal einen groben Überblick schaffen.

Alles Liebe, bleibt gesund,

Eure Elena

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